Warum der KiTa-Neubau in Stromberg ein Beispiel für Verantwortung und Zukunftsfähigkeit ist

Die Stadt Strom­berg steht vor einer der größ­ten Inves­ti­tio­nen der letz­ten Jahr­zehn­te: dem Neu­bau der Kindertagesstätte.

Die bestehen­de KiTa im Warmsro­ther Grund ist inzwi­schen deut­lich in die Jah­re gekom­men – räum­lich beengt, tech­nisch über­holt und den heu­ti­gen päd­ago­gi­schen und bau­li­chen Anfor­de­run­gen nicht mehr gewach­sen. Ein Neu­bau ist des­halb kei­ne Fra­ge des „Ob“, son­dern eine not­wen­di­ge Ent­schei­dung für moder­ne Betreu­ung, Sicher­heit und Zukunftsfähigkeit.

Mit der Neu­errich­tung der Kita, deren Bau­be­ginn für 2027 geplant ist, wer­den über 20 wei­te­re Kita- und Krip­pen­plät­ze, somit gesamt rund 180 Plät­ze, geschaf­fen. Die vor­lie­gen­de Kos­ten­schät­zung dient als Grund­la­ge für die wei­te­ren Ent­schei­dun­gen des Stadt­rats. Ursprüng­lich war man vor rund drei Jah­ren von Gesamt­kos­ten in Höhe von etwa acht Mil­lio­nen Euro aus­ge­gan­gen. Inzwi­schen liegt die aktu­el­le Schät­zung bei knapp zwölf Mil­lio­nen Euro – also rund fünf­zig Pro­zent mehr.

Baupreise und Standards treiben die Kosten

Seit 2022 sind die Bau­prei­se im Hoch­bau bun­des­weit um mehr als 20 Pro­zent gestie­gen. Beson­ders betrof­fen sind öffent­li­che Gebäu­de mit hohen tech­ni­schen Anfor­de­run­gen wie Kitas, Schu­len oder Pflegeeinrichtungen.

Hin­zu kom­men ver­schärf­te Vor­ga­ben beim Kli­ma­schutz, der Bar­rie­re­frei­heit, der Lüf­tungs­tech­nik und beim Brandschutz.

Auch in Strom­berg wir­ken die­se Fak­to­ren: Der geplan­te Neu­bau sieht eine Wär­me­pum­pe statt Gas­hei­zung, eine ver­bes­ser­te Däm­mung, Lüf­tungs­an­la­gen mit CO₂-Über­wa­chung, zusätz­li­che Flucht­we­ge und eine moder­ne Regen­rück­hal­tung vor. Die­se Maß­nah­men erhö­hen die Bau­kos­ten, ver­bes­sern aber gleich­zei­tig Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Sicher­heit und Nachhaltigkeit.

Wer trägt die Kosten?

Die Finan­zie­rung soll sich auf meh­re­re Schul­tern verteilen:

  • Das Land Rhein­land-Pfalz unter­stützt über För­der­pro­gram­me für neu geschaf­fe­ne Betreu­ungs­plät­ze und mög­li­che Zusatzmittel.

  • Der Land­kreis Bad Kreuz­nach über­nimmt rund 40 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Baukosten.

  • Der ver­blei­ben­de Eigen­an­teil von rund 60 Pro­zent wird gemein­schaft­lich getra­gen – zu 85 Pro­zent durch die Stadt Strom­berg, zu 10 Pro­zent durch Warmsroth und zu 5 Pro­zent durch Roth.

Für Strom­berg ergibt sich dar­aus ein Eigen­an­teil von etwa 4,8 Mil­lio­nen Euro, der über einen Zeit­raum von rund 30 Jah­ren finan­ziert wer­den soll. Im Haus­halt wird mit einer jähr­li­chen Belas­tung von rund 230 Tau­send Euro gerechnet.

WICHTIG: Soll­te das Land Rhein­land-Pfalz zusätz­li­che För­der­mit­tel bereit­stel­len, ver­rin­gert sich dadurch nicht auto­ma­tisch der Eigen­an­teil der Stadt. Der Grund: Die Gesamt­för­de­rung aus Land und Kreis ist auf maxi­mal 40 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kos­ten begrenzt. Steigt der Lan­des­an­teil, redu­ziert sich der Zuschuss des Land­krei­ses ent­spre­chend. Die Sum­me der För­der­mit­tel bleibt gleich – sie ver­schiebt sich ledig­lich zwi­schen den bei­den Ebe­nen. Der Eigen­an­teil der Stadt bleibt daher unverändert.

Förderfähige Kostengruppen nach DIN 276

Grund­la­ge: Ver­wal­tungs­vor­schrift Rhein­land-Pfalz zur För­de­rung von Bau­kos­ten von Kin­der­ta­ges­stät­ten (DIN 276). Zuwen­dungs­fä­hig sind in der Regel die Kos­ten­grup­pen 300 bis 700, mit Ein­schrän­kung bei 610 (lose Ausstattung). 

Kos­ten­grup­pe Bezeich­nung För­der­sta­tus Erläu­te­rung
100 Grund­stück ❌ nicht förderfähig Erwerb/Grundstückskosten zäh­len nicht zum Bauaufwand.
200 Her­rich­ten und Erschließen ⚠️ meist nicht förderfähig Vor­lauf-/Er­schlie­ßungs­kos­ten; nur in Aus­nah­me­fäl­len unmit­tel­bar funktionsnotwendig.
300 Bau­werk – Baukonstruktionen ✅ för­der­fä­hig Kern der Maß­nah­me (Roh­bau, Aus­bau, Dach, Fassade).
400 Bau­werk – Tech­ni­sche Anlagen ✅ för­der­fä­hig Hei­zung, Lüf­tung, Sani­tär, Elek­tro, Gebäu­de­au­to­ma­ti­on – dau­er­haft gebäuderelevant.
500 Außen­an­la­gen ✅ för­der­fä­hig Spiel- und Wege­flä­chen, Ein­frie­dun­gen, wenn funk­tio­nal zur KiTa gehören.
600 Aus­stat­tung ⚠️ teil­wei­se Fest ein­ge­bau­te Aus­stat­tung ggf. för­der­fä­hig; lose Möblie­rung (KG 610) meist ausgeschlossen.
700 Bau­ne­ben­kos­ten ✅ för­der­fä­hig Pla­nung, Gut­ach­ten, Bau­lei­tung, Geneh­mi­gun­gen, pro­jekt­be­zo­ge­ne Leistungen.

Ein Projekt mit langer Wirkung

Trotz der gestie­ge­nen Kos­ten bleibt der Neu­bau eine not­wen­di­ge und zukunfts­wei­sen­de Inves­ti­ti­on. Er schafft moder­ne Räu­me, zusätz­li­che Betreu­ungs­plät­ze und eine siche­re, fami­li­en­freund­li­che Infra­struk­tur für die kom­men­den Jahrzehnte.

Die Mehr­aus­ga­ben sind kein Zei­chen von Fehl­pla­nung, son­dern Aus­druck der Rea­li­tät im heu­ti­gen Bau­en: stei­gen­de Mate­ri­al- und Ener­gie­kos­ten, höhe­re Stan­dards und wach­sen­de Qualitätsansprüche.

Lang­fris­tig wird der Neu­bau nicht nur den Kin­dern und Fami­li­en zugu­te­kom­men, son­dern auch der gesam­ten Stadt. Er steht für Ver­ant­wor­tung heu­te – und für gute Rah­men­be­din­gun­gen für die Gene­ra­tio­nen von morgen.

Aktuelle Planung und Kostenschätzung: